CO2: Warum es echte Innovationen schwer haben

Nussbaumen (pts008/04.06.2021/09:30) – Zu den unrealistischsten Erwartungen, die im Zusammenhang mit neuen gesetzlichen Lenkungs-Massnahmen, Leistungsvorgaben, Grenzwerten und Verboten in der Klima- und Umweltpolitik geäussert werden, zählen zweifellos jene, die sich auf eine wundersame Steigerung der innovativen Kräfte fokussieren. Etwa so, als ob es besonders zielführend wäre, den involvierten Ingenieuren ein Messer auf die Brust zu setzen und sie ultimativ zu einer forcierten Kreativität aufzufordern. Und dies, ohne dass man anderseits in der Lage wäre, die angestrebten technischen, organisatorischen und ökonomischen Ansätze in ihren Zusammenhängen erkennen und beurteilen zu können.

Dazu bedürfte es eingangs einer unvoreingenommenen und umfassenden Problem-Analyse und nicht der Suche nach mehrheitsfähigen Thesen oder Klischees, die in der Folge zu Glaubenssätzen mutieren und eine kritische Hinterfragung nicht mehr zulassen. Der Problem-Analyse wiederum müsste eine gründliche Recherchen-Arbeit zur Ermittlung des state oft the art und der zu erwartenden Entwicklungspotenziale vorangehen. Das hat man im Vorfeld des Pariser Klimagipfels ganz offensichtlich nicht getan, sonst wäre man sechs Jahre nach der denkwürdigen Veranstaltung bedeutend weiter und über die Phase der Absichtserklärungen wesentlich hinaus.

So aber scheint das Hornberger Schiessen vorprogrammiert. Zugleich wird erkennbar, dass es sich bei der Aussicht, aus früheren Fehlern lernen zu können, zumindest in der Politik um eine Leerformel handelt. Denn für einen Lernprozess gäbe es bestes Anschauungsmaterial in der Form einer nüchternen Analyse des „Diesel-Skandals“: Da haben doch seinerzeit Gesetzesredaktoren und Berufspolitiker ohne allzu stringenten Bezug zur Realität Grenzwerte definiert in der geradezu kindlichen Erwartung, dass die Technik jedes knifflige Problem umgehend zu lösen und jede noch so abenteuerliche Zielvorgabe subito zu erfüllen vermöge, wenn man ihr bloss die richtigen Daumenschrauben aufsetze.

Nun, das Resultat kam, aber nicht so wie erwartet. Denn wenn die Vorgaben nicht erreicht werden können, muss man eben bei den Prüfkriterien nachkorrigieren, damit das Vorhaben in die Zielgerade einlaufen kann. Konsequenz: Ein nahezu unerschöpflicher und sich selbst laufend reproduzierender Skandal mit nicht enden wollenden Schuldzuweisungen an die Automobilindustrie, an dessen Ende die „Autobarone“ und deren Ingenieure als Bösewichte dastanden, die involvierten Politiker ihre Hände in Unschuld wuschen und das sowohl umwelt- wie auch klimatechnisch günstigere Dieselmotoren-Konzept diskreditiert wurde.

Doch als ob es diesen Vorläufer-Skandal nie gegeben hätte, wird heute – zumindest in Europa – eine Strategie verfolgt, deren unrealistische Zielvorgaben und widersprüchliche Ansätze sich bei kritischer Betrachtungsweise rasch offenbaren, während umgekehrt nahezu alle Skeptiker, die am eingeschlagenen Weg Kritik zu üben wagen, flugs als „Klimaleugner“ verunglimpft werden. Vollends als leeres Geschwätz erweist sich die Mär von der innovationsfördernden Wirkung eines gesetzlich verordneten, forcierten Umbaus der Energiewirtschaft von der marktwirtschaftlichen zu einer planwirtschaftlich dominierten Mega-Branche, wenn man diese der gelebten Wirklichkeit gegenüberstellt mit der Frage, wie denn die Politik mit entsprechenden Innovationen umgeht.

Der Sachverhalt: Seit über 10 Jahren liegt bei zahlreichen Behörden, Instituten und politischen Gruppierungen, die im Interesse des Klima- und des Umweltschutzes zu handeln vorgeben, eine Studie der beiden britischen Universitäten von Newcastle und Edinburgh vor unter dem Titel „Biochar, reducing and removing CO2 while improving soils: A significant and sustainable response to climate change“. Diese beschreibt eine Technologie, mit deren Hilfe das CO2-Problem auf marktwirtschaftliche und sozialverträgliche Art und Weise gelöst werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei die Biopyrolyse, ein im Funktionsprinzip seit Jahrhunderten bekanntes Verfahren, welches dazu dient, aus Rund- und Stückholz Holzkohle herzustellen.

Durch eine Reihe technischer Modifikationen und die Automatisierung einzelner Prozesse konnte das Verfahren inzwischen so weiterentwickelt werden, dass heute nahezu aus jeder Art organischen Materials (Holz und Abfälle der Forstwirtschaft, Ernterückstände, Gartenabraum, Rüstabfälle und Tierkadaver bis hin zum Klärschlamm) Prozesswärme und Biokohle hergestellt werden können. Biokohle wiederum ist ein wertvolles und vielseitig verwendbares Naturprodukt, welches unter anderem dazu dienen kann, die durch agrarische Intensivbewirtschaftung ausgelaugten Kulturböden zu regenerieren und dadurch die wichtigsten Ernährungsgrundlagen auf Generationen hinaus zu sichern.

Es handelt sich somit exakt um jene Innovation, mit deren flächendeckender Umsetzung das CO2-Problem gelöst werden kann. Aber was tun die zuständigen Behörden und was tut die Klima-Politik? Sie ignorieren das innovative Verfahren vorsätzlich und unterstützen anderseits mit Millionen-Beträgen Verfahren, die a priori ökonomisch nicht mitzuhalten vermögen und lediglich dazu dienen, zu beweisen, dass nichts an einem Totalumbau der Energiewirtschaft vorbeiführt. Und warum diese dissuasive Strategie? Weil Politik und Beamtenschaft nun einmal von der Bewirtschaftung der grossen Probleme unserer Zeit leben und nicht von deren Lösung.

Um diese fundamental perverse Situation auf Kosten der Bürger nicht weiter anstehen und sich ausbreiten zu lassen, sondern einer unpolitischen und lösungsorientierten Strategie eine Chance zu geben, haben sich die im Energie- und Umweltbereich tätigen Fachleute der „Arbeitsgemeinschaft Innovationscontainer“ dazu entschlossen, eine genossenschaftliche Basis zu schaffen, auf deren Initiative die erforderlichen Impulse zur pragmatischen Lösung des CO2-Prioblems vermittelt werden können.

Mehr über die Technologie des CO2-Recyclings, deren Implementierung und deren Kosten/Nutzen-Relation ist der Webpage http://www.koberec.org zu entnehmen. Dort finden sich auch weitere Informationen über die von der „Arbeitsgemeinschaft Innovationscontainer“ betriebenen Gründung einer genossenschaftlich strukturierten NGO (Non Governmental Organization), deren Aufgabe es sein wird, die Biopyrolyse-Technologie und deren Proliferation zu fördern wie auch ein reales, auf Kohlenstoff-Recycling basierendes Zertifikate-System zu deren Bewirtschaftung und Refinanzierung zu schaffen.

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Aussender: PRK MEDIA Beat René Roggen Ansprechpartner: Beat Roggen Tel.: +41 76 696 59 90 E-Mail: innovationscontainer@gmail.com Website: www.koberec.org