Hilfe für gelungene Inklusion

Baden/Stuttgart/Weinheim (pts021/27.02.2017/11:30) – Wie Ressourcen mobilisiert und Barrieren für Lernen und Teilhabe abgebaut werden können, damit beschäftigt sich der soeben erschienene „Index für Inklusion“. Maria-Luise Braunsteiner von der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich hat die Arbeit mit dem Index in Bildungseinrichtungen evaluiert und dokumentiert.

Inklusion ist ein Prozess mit dem Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen zu unterstützen und jegliche Form von Diskriminierung zu verhindern. Spätestens seit der jeweiligen Ratifizierung der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist Inklusion als gesellschaftlicher Auftrag in Deutschland, Österreich und den deutschsprachigen Gebieten der Schweiz sowie Südtirol anerkannt und fordert unter anderem grundlegende systemische Veränderungen der Bildungssysteme. In Österreich besteht etwa der vieldiskutierte Plan, die Sonderschulen aufzulösen und ihre Kinder in die Regelschule zu inkludieren.

Der vergangene Woche in Deutschland präsentierte „Index für Inklusion“ ist ein international, nunmehr in über 45 Sprachen übersetzter, praxiserprobter Leitfaden für Schulentwicklung, der dazu beitragen kann, diesen Prozess voranzubringen. Er unterstützt alle Beteiligten dabei, Barrieren und Ressourcen für Lernen und Partizipation zu identifizieren und Entwicklungen – auf der Basis inklusiver Werte – gemeinsam zu gestalten.

Inklusion erfordert Schulentwicklung

„Inklusive Bildung erfordert immer Schulentwicklung. Und Schulentwicklung heißt, sich die Frage zu stellen: Ich habe verschiedenste Kinder – und was tue ich jetzt?“, erklärt Maria-Luise Braunsteiner. Die Lehrende der PH Niederösterreich hat die deutschsprachige Version des „Index für Inklusion“ mit herausgegeben. Viele Jahre hat sich die Hochschullehrerin wissenschaftlich mit dem Thema auseinandergesetzt den derzeit in Fachkreisen gängigen Inklusionsbegriff geprägt. Ihr Ziel ist es, eine Veränderung der Kulturen, Strukturen und Praktiken in Bildungseinrichtungen in Gang zu bringen, um qualitativ hochwertige Bildung für alle Lernenden zu gewährleisten: „Es geht darum, dass in einer Schule, die sich inklusiv ausrichtet, alle Kinder willkommen sind und nicht nur, dass man Kinder mit Behinderung in der allgemeinen Schule einfach platziert. Das alleine ist noch nicht Inklusion.“

Durch die Arbeit mit dem Index können verschiedene Aktivitäten und Maßnahmen in einer Bildungseinrichtung zusammengeführt werden, die beispielsweise mit nachhaltigem Umweltschutz, Weltbürgerschaft, Gesundheitsförderung, Demokratie, Menschenrechten, Gewaltfreiheit und nicht zuletzt auch mit der Leistungssteigerung aller Schüler/innen zu tun haben. Braunsteiner: „Die detaillierte Betrachtung von Schule ermöglicht den Beteiligten, ihren dringlichsten und wichtigsten Anliegen nachzugehen und Wege zu finden, sie umzusetzen.“

Maria-Luise Braunsteiner ist Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich mit dem Forschungsschwerpunkt „Inklusive Bildung“. Als Mitglied des Qualitätssicherungsrats ist sie zuständig für die externe Begutachtung der Lehramtscurricula mit Fokus Inklusive Bildung an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in Österreich.

Zum Buch Booth, Tony & Ainscow, Mel (2017): Index für Inklusion. Ein Leitfaden für Schulentwicklung. 224 S., broschiert, 24,95 Eur (D), ISBN 978-3-407-63006-3. Herausgegeben und adaptiert von: Achermann, Bruno; Amirpur, Donja; Braunsteiner, Maria-Luise; Demo, Heidrun; Plate, Elisabeth & Platte, Andrea. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2017.

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Aussender: Pädagogische Hochschule Niederösterreich Ansprechpartner: Walter Fikisz Tel.: +43 650 4721023 E-Mail: walter.fikisz@ph-noe.ac.at Website: www.ph-noe.ac.at