Erfolgreiches Fachkräftestipendium muss ausgebaut werden

Mit 1. Juli 2013 eingeführt, zeigt sich bereits neun Monate später der große Erfolg dieses neuen Instruments: Bisher wurden vom Arbeitsmarktservice (AMS) rund 1.500 Fachkräftestipendien vergeben. „Das belegt deutlich, wie sehr dieses neue Stipendium in Österreich gefehlt hat. Damit konnte eine große Lücke im österreichischen Beihilfensystem geschlossen werden“, sagt AK Präsident Rudi Kaske.

Berufliche Entwicklungschancen in Mangelberufen

Mit der monatlichen Unterstützung von 816 Euro im Monat können jetzt auch schulische Ausbildungen besucht werden. Für ein Studium gibt es Studienbeihilfe, ein Selbsterhalter- oder Studienabschlussstipendium und für eine Facharbeiter-Intensivausbildung zahlt das AMS eine Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes. Für schulische Ausbildungen gab es bisher aber kein Stipendium.

Mit den jetzt vergebenen Fachkräftestipendien ist allerdings das Budget für das Jahr 2014 von 25 Millionen Euro schon ausgeschöpft – neue Stipendien können nur bewilligt werden, wenn es mehr Geld gibt. „Das Fachkräftestipendium darf nicht am eigenen Erfolg scheitern“; warnt Kaske eindringlich. „Das AMS ist hier einen modernen, innovativen Weg gegangen, den gilt es weiterzugehen.“ Konkret fordert der AK Präsident eine dauerhafte Verlängerung des Fachkräftestipendiums und zusätzliche Arbeitsmarktpolitikmittel in der Höhe von 30 Millionen Euro pro Jahr, um die Finanzierung des Stipendiums zu garantieren.

Das Fachkräftestipendium zeigt sich besonders treffsicher

Das Fachkräftestipendium zeigt sich auch besonders treffsicher: ein Drittel der Stipendien wurde für Ausbildungen im Bereich Gesundheit und Pflege vergeben (z.B. für den Besuch der 3jährigen Schule für Gesundheits- und Krankenpflege) und ein Drittel für Ausbildungen im Sozialbereich (z.B. für den Besuch der Schule für Sozialbetreuungsberufe), also für Ausbildungen in nachgefragten „Mangelberufen“. Auch in technisch – handwerklichen Berufen ermöglicht das Fachkräftestipendium das Nachholen eines Berufsabschlusses. Vorteil dieses Instruments ist, dass die Liste der förderbaren Ausbildungen entsprechend den Erfordernissen des Arbeitsmarktes angepasst werden kann.